Kopf/Hals Schulter/Arm Rücken Bauch Hüfte Knie/Fuß
Akute Lumbalgie
Definition
Unter einer akuten Lumbalgie (Hexenschuß) wird allgemein ein plötzlich auftretender Schmerz in der Lendengegend verstanden, der in ein oder in beide Beine ausstrahlen kann.

Entstehung
Es gibt unterschiedliche Auslöser für die Entstehung einer akuten Lumbalgie. Im Laufe des Lebens unterliegt insbesondere die Lendenwirbelsäule einer dauernden starken mechanischen Belastung. Dadurch kommt es evt. zu einer Höhenminderung der Bandscheibe, zu einer Bandscheibenvorwölbung, zu kleinen Einrissen im äußeren Ring der Bandscheibe und zu einer Abnutzung (Arthrose) der kleinen Wirbelgelenke.
Jede einzelne dieser Veränderungen kann bei einer plötzlichen Bewegung, bei einer Unterkühlung der Rückenstreckmuskulatur, durch das Liegen in einem zu weichen Bett etc. zu einem Hexenschuß führen. Im günstigsten Fall liegt eine Verkantung oder Fehlhaltung in den kleinen Wirbelgelenken vor, die durch empfindliche Schmerznerven versorgt werden. Die Muskulatur verspannt sich, der Patient kann sich nur mit Schmerz bewegen und nimmt eine Schonhaltung ein. Die Schmerzen treten überfallsartig auf, als hätte eine „Hexe geschossen". Daneben kann auch die Bandscheibenvorwölbung oder der Bandscheibenvorfall zu gleichartigen Beschwerden führen.

Symptome
Neben den akuten Schmerzen in der Lendenwirbelsäule besteht meist eine Fehlhaltung der Wirbelsäule (Schmerzskoliose). Jede überflüssige Bewegung wird vermieden. Das Anziehen der Beine lindert häufig den Schmerz. Handelt es sich nur um eine Verkantung der Wirbelgelenke oder um die Folgen eines ,,Zuges", dann fehlen Sensibilitätsstörungen bzw. Muskellähmungen. Bei einem Bandscheibenvorfall kann beides vorhanden sein.
 
Vorkommen
Der Hexenschuß gehört zu den häufigsten Krankheiten überhaupt. Er betrifft überwiegend Menschen zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr. Begünstigend wirken sich kühle und feuchte Witterung, mangelndes körperliches Training und schwere Arbeiten bei vorgeschädigter Wirbelsäule aus.

Diagnostische Verfahren
Orthopädische, neurologische Untersuchung; Röntgen. Nach längerer erfolgloser konservativer Behandlung zum Ausschluß eines Bandscheibenvorfalles evtl. Computertomographie oder Kernspintomographie.

Therapie
Es kommt die physikalische Therapie zur Anwendung. Empfohlen werden können unterschiedliche Formen der Elektrotherapie, Fangopackungen, Massagen und vor allem Krankengymnastik. Die traditionelle Therapie besteht in einer schmerzarmen Lagerung, der Behandlung mit Heizkissen und Wärmeflasche und, sofern das nicht ausreichend ist, der Gabe von Medikamenten. ]e nach Schwere können hier leichte Schmerzmittel wie z. B. Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) und Paracetamol oder die stärker wirksamen Antirheumatika zur Anwendung kommen. Tritt der Hexenschuß häufiger auf, dann sollte eine Krankengymnastik zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, sowie ein langfristiger Ausgleich der Fehlhaltung durchgeführt werden. Der Hexenschuß wird durch eine sitzende Lebensweise und eine geschwächte Muskulatur bei Übergewicht begünstigt. Den wiederkehrenden Schmerzen kann mit einer sportlichen Betätigung, die die Rumpfmuskulatur kräftigt, begegnet werden. Empfehlenswert sind u. a. die folgenden Sportarten: Fahrradfahren und Schwimmen (vor allem Rückenschwimmen) und Reiten.

Krankengymnastik, Manuelle Therapie, physikal. Therapie, Massage, Cranio

Prognose
Die Prognose ist gut. Beim Vorliegen eines Bandscheibenvorfalles ist mit länger anhaltenden Beschwerden zu rechnen.
Karpaltunnelsyndrom
Entstehung
Der Karpaltunnel besteht aus vier Handwurzelknochen und einer diese Knochen verbindenden Sehne. Im Karpaltunnel verlaufen die Sehnen der Fingerbeugermuskeln, Blutgefäße und der die Hand versorgende Nerv. Beim Karpaltunnelsyndrom ist dieser Nerv eingeklemmt. Als Ursache dafür kommen Entzündungen, rheumatische Erkrankungen, Unterarmfrakturen, Diabetes und bei Frauen Schwellungen im Zusammenhang mit den Wechseljahren in Betracht. Meistens bleibt die eigentliche Ursache ungeklärt. Die Erkrankung tritt häufig bei älteren Frauen auf.

Symptome
Meistens beginnt das Karpaltunnelsyndrom mit nächtlichen Empfindungen in Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Es treten Schmerzen, Schwellungen, Stechen, Steifigkeit und Einschlafen der Finger auf. Die Hand fühlt sich plump an und dem Patienten fallen häufig Sachen aus der Hand. Das Bewegen und Massieren der Finger hilft etwas.

Diagnostische Verfahren
Der Arzt kann die durch die klinische Untersuchung gestellte Diagnose durch ein ENMG (Messung der Nervenleitungsgeschwindigkeit) und durch Ultraschall sichern.

Therapie
Verschiedene physiotherapeutische Verfahren verbessern die Symptomatik. In weit fortgeschrittenen Fällen werden durch Operationen gute Ergebnisse erzielt. Bei der Operation wird der Karpaltunnel erweitert, indem die Sehnenscheide entweder gespalten oder ganz entfernt wird. Kühlung vermindert die Schwellung und die Symptomatik.

Krankengymnastik, Manuelle Therapie, physikal. Therapie, Cranio
Rotatorenmanschettensyndrom
Entstehung
Die Rotatorenmanschette besteht aus vier die Schulter umgebenden Muskeln. Das Rotatorenmanschettensyndrom entsteht durch eine Sehnenentzündung oder -verletzung. Dies tritt gehäuft nach Erreichen des 30.-40. Lebensjahrs auf. Die Schädigung befindet sich meistens an der Ansatzstelle des Supraspinatus - Muskels, wo die Durchblutung der Sehne schlecht ist. Prädisponierend sind Dreh- und Hebebewegungen, bei denen der große Muskelansatzhöcker des Oberarmknochens und der Supraspinatusmuskel gegen das Akromion (Schulterhöhe) scheuern. Durch den Reiz verdickt sich die Sehne, der Zwischenraum zwischen großem Höcker und Akromion verengt sich.

Symptome
In der Anfangsphase der Entzündung ist die Sehne geschwollen und gerötet. In der nachfolgenden Phase degenerieren die Sehnenstränge und verwandeln sich in Bindegewebe. Innerhalb der Sehnen entstehen Kavernen, in denen sich Kalk ablagern kann. In der dritten Phase finden sich Sehnenrisse, die meistens unvollständig sind und die entweder innerhalb der Sehne oder an der Unterfläche der Sehne liegen. Der Patient hat vor allem vorne außen am Gelenk Schmerzen, die hauptsächlich nachts auftreten und in den Oberarm ausstrahlen. Bewegungen sind schmerzhaft, und vor allem das Anheben des Arms ist behindert. Der entzündete Bereich der Sehne ist druckempfindlich. Hilfreich sind in der Anfangsphase die Vermeidung von wiederholten Dreh- und Hebebewegungen, Kühlpackungen und entzündungshemmende Schmerzmittel. Wärme, z.B. in Form von Sauna, sollte in dieser Zeit gemieden werden.

Vorkommen
Diese Form des Kopfschmerzes betrifft meist Patienten im mittleren Lebensalter. Nicht selten wird ein Zusammenhang zur beruflichen oder familiären Situation gefunden. Manchmal können die Patienten auslösende Ereignisse benennen. Einseitige berufliche Arbeit an Schreibmaschinen und Computern, rein statische Arbeiten,  oder die Doppelbelastung von Haushalt und Beruf sind wesentliche Elemente bei der Entstehung des ,,zervikalen Kopfschmerzes".

Diagnostische Verfahren
Klinische Untersuchung durch den Arzt und im Zweifelsfall Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung.

Therapie
Die lokale Verabreichung von Kortikoiden beschleunigt den Heilungsprozeß. Krankengymnastik bei der Wiederherstellung der normalen Funktion des Schultergelenks. Eine Operation wird in Betracht gezogen, wenn die Symptome mehr als ein Jahr anhalten oder wenn eine Arbeitsunfähigkeit von über einem halben Jahr bestanden hat.. Linderung von Entzündung und Schmerzen mit entsprechenden Medikamenten. Vermeidung von schmerzverursachenden Bewegungen. Erhaltung der Beweglichkeit im Schultergelenk mit Hilfe von schmerzfreien Bewegungen, die den Stoffwechsel ankurbeln und dadurch den Heilungsprozeß beschleunigen.

Krankengymnastik, Manuelle Therapie, physikal. TherapieCranio

Prognose
Das Rotatorenmanschettensyndrom heilt meist sehr gut aus. Die Heilung hängt vom Schweregrad des Syndroms und von der Therapie ab.
Supraspinatussyndrom
Definition
Schmerzhafte Beeinträchtigung des Gleitens der Supraspinatussehne zwischen Schulterdach und Oberarmkopf beim Abspreizen des Armes im Schultergelenk.

Entstehunq
Die Supraspinatussehne verläuft einerseits unter dem Schulterdach und einer Bandstruktur und andererseits über dem Oberarmkopf, in den sie einstrahlt. Im Laufe des Lebens kann die Supraspinatussehne in der Enge zwischen Schulterdach und Oberarmkopf ,,einklemmen". Ursächlich hierfür können neben Traumen, Entzündungen und degenerativen Veränderungen der Sehne auch unphysiologische Belastungen der Schulter sein, z. B. der langfristige Gebrauch von Gehstützen oder ein Hochstand des Oberarmkopfes bei erhöhtem Muskeltonus (z. B. Büroarbeit, Benutzung der Maus am Computer).

Symptome
Beschwerden treten bei der Abspreizung des Armes im Schultergelenk auf. Besonders häufig besteht ein sogenannter ,,schmerzhafter Bogen" bei der Seitwärtshebung zwischen 60 und 120 Grad. Engt sich der Gleitraum stärker ein, so klagen die Patienten über nächtliche und Ruheschmerzen der Schulter, die in den Oberarm ausstrahlen. Pathologisch-anatomisch können den Beschwerden knöcherne Einengungen des subakromialen Raumes, Einrisse der Rotatorenmannschette, degenerativ veränderte Schleimbeutel und Kalkeinlagerungen in der Supraspinatussehne zugrunde liegen. Die Beschwerden sind, je nach Ursache, oftmals außerordentlich hartnäckig und können trotz intensiver konservativer Therapie über Monate anhalten.

Vorkommen
Das Einklemmungssyndrom tritt im mittleren und höheren Lebensalter auf. Es betrifft sowohl Frauen als auch Männer. Obwohl man annehmen könnte, daß körperlich schwere Arbeit die Supraspinatussehne besonders belastet, sieht man es häufig bei Menschen, die eine Bürotätigkeit ausüben oder einen Arm einseitig belasten (Maschinenarbeit). Schreiben an Datensichtgeräten, die Verwendung der ,,Maus" und eine individuelle Neigung zu muskulären Verspannungen begünstigen den Hochstand des Oberarmes. Dabei wird die Supraspinatussehne gegen das Schulterdach gedrückt. Diese unphysiologische Haltung begünstigt die Entstehung des Supraspinatussyndroms.

Diagnostische Verfahren
Orthopädische Untersuchung, Ultraschalldiagnostik, Röntgen, Kernspintomographie.

Therapie
Bei akuten Beschwerden steht die Schmerzlinderung an erster Stelle. Die Krankengymnastik und Manuelle Therapie zielt auf die funktionelle Erweiterung des subakromialen Raumes. In der akuten Phase haben sich auch die Injektion von Lokalanästhetika bewährt. Sind die Beschwerden gelindert, so kann eine Ultraschall- oder Elektrotherapie angewendet werden.

Krankengymnastik, Manuelle Therapie, physikal. TherapieCranio
Tennisellenbogen
Definition
Entzündung der Sehnenansätze am ellen- oder speichenwärtigen Anteil des Ellenbogengelenks (dem Oberarmknochen). Umgangssprachlich wird die Epikondylitis radialis als ,,Tennisellenbogen" bezeichnet.

Entstehung
Die Strecksehnen der Finger setzen am äußeren Oberarmknochen, der äußeren Vorwölbung des Ellenbogens, an. Die Sehnen der Muskeln, die die Finger beugen, sind befestigt an dem inneren Anteil des Ellenbogens (dem inneren Oberarmknochen). An diesen Stellen können wiederkehrende Bewegungen eine Überlastung hervorrufen, die sich in einer schmerzhaften Entzündung äußert.

Symptome
Die Patienten klagen über Schmerzen, die sich vom inneren oder äußeren Teil des Ellenbogens auf die Streck- bzw. Beugeseite des Unterarms, manchmal auch des Oberarms ausdehnen. Beim Strecken oder Beugen des Armes, dem Heben oder Senken der Hand geben die Patienten Schmerzen an. Der innere oder äußere Oberarmknochen ist druckschmerzhaft. Typisch ist die Aussage, daß bereits das Anheben einer Kaffeetasse heftige Schmerzen im Ellenbogen verursache.

Vorkommen
Auslösend für eine Epikondylitis sind gleichförmige Bewegungen. Die Epikondylitis tritt durchaus nicht am häufigsten bei Tennisspielern auf. Öfter betroffen sind Hausfrauen, die Fenster geputzt, Hobbygärtner, die ihren Garten umgegraben oder viele Male versucht haben, den Rasenmäher zu starten. Auch Putzfrauen, Strickerinnen usw. gehören zu den ,,Risikogruppen". Am häufigsten betroffen sind Männer und Frauen zwischen 25 und 5O Jahren.

Diagnostische Verfahren
Orthopädische Untersuchung. Sofern eine Bewegungseinschränkung besteht, ist auch ein Röntgenbild angezeigt, um eine Arthrose ausschließen zu können.

Therapie
Sind die Beschwerden nur gering, dann reicht es, die auslösende Bewegung zu vermeiden. Bei stärkeren Schmerzen kann je nach Intensität eine physikalische Therapie erforderlich werden. Wichtig ist die Erhebung der Vorgeschichte. Die auslösende Bewegung muß gemieden werden, um eine Chronifizierung zu vermeiden. Geeignet sind spezielle Massagen (Querfriktionen) und Fangopackungen, die zu einer Entspannung des Muskeltonus des gesamten Armes und der Halswirbelsäule beitragen. Hilfreich sind Spangen oder Bandagen, die den Zug der Muskulatur beeinflussen sollen und oftmals eine subjektive Linderung bewirken. Als neueres Verfahren steht die Stoßwellentherapie zur Verfügung.

Krankengymnastikphysikal. Therapie, Massage, Cranio