Kopf/Hals Schulter/Arm Rücken Bauch Hüfte Knie/Fuß
Schleudertrauma
Definition
Schleuderverletzung der Halswirbelaäule durch einen Verkehrsunfall.

Entstehung
Bei einem Auffahrunfall wird der Kopf durch die einwirkenden Kräfte nach vorne und/oder hinten geschleudert. Dadurch wird das natürliche Bewegungsausmaß der Halswirbelsäule überschritten. Je nach Schwere des Unfalls können Zerrungen bis Risse der Weichteilstrukturen und knöcherne Verletzungen entstehen.

Symptome
Die Patienten klagen direkt nach dem Unfall, oft auch erst einige Tage später, über Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule und Verspannungen der Schulter-/Nackenmuskulatur. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule kann eingeschränkt sein. Nicht selten bleiben auch noch Wochen, Monate und sogar Jahre nach dem Schleudertrauma erhebliche Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule bestehen. Die Patienten berichten dann über wiederkehrende Muskelverspannungen, Schwindelzustände und Kopfschmerzen.
 
Vorkommen
Das Schleudertrauma gehört zu den häufigsten Verletzungen bei Verkehrsunfällen. In der Regel werden schwerwiegende Folgen durch das Vorhandensein von Kopfstützen vermieden.

Diagnostische Verfahren
Orthopädische und neurologische Untersuchung, Röntgen, ggf. Computer-und Kernspintomographie.

Therapie
Krankengymnastische Therapie zur Verbesserung der muskulären Koordination und Stabilität. Kurzfristige Ruhigstellung mittels einer Halskrause, Wärmeanwendung.

Krankengymnastik, Manuelle Therapie, physikal. Therapie, Massage, Cranio

Prognose
Die Prognose ist langfristig günstig. Bei einem gewissen Anteil der Verletzten ist mit einem längeren Heilverfahren zu rechnen.
Spannungskopfschmerz
Entstehung
Einseitige Benutzung der Nacken- und Schultermuskulatur kann einen Verspannungszustand dieser Muskeln verursachen, den der Patient selbst nicht lösen kann. Wird dieser Zustand dauerhaft, stört er die Durchblutung, den Stoffwechsel und die Funktion des Muskels. Oft geht dies mit schlechter Körperhaltung und Beweglichkeitseinschränkung der Halswirbelsäule einher. Prädisponierende Faktoren sind sitzende Tätigkeit, vor allem Computerarbeit, sowie Bewegungsmangel.

Symptome
Die Symptomatik beginnt meist mit Verspannungen im Schulter-Nackenbereich. Später strahlen die Schmerzen in den Kopfbereich aus, manchmal sogar bis in die Stirn. Es können Kopfschmerzen auftreten; Übelkeit, Schwindelgefühl oder Sehstörungen kommen jedoch nicht vor. Die Symptome verschlimmern sich typischerweise gegen Ende des Arbeitstages. Ruhe bringt zwar keine direkte Schmerzlinderung, sie kann jedoch Verspannungen lösen und dadurch die Symptomatik bessern. Wärme in Form von Sauna oder warmen Duschen lindert die Symptome ebenso wie Bewegung und Korrektur der Arbeitsergonomie.

Diagnostische Verfahren
Die klinische Untersuchung durch den Arzt ist meist ausreichend. Falls zusätzlich zu den oben genannten Symptomen noch weitere Beschwerden auftreten, werden durch weitere Untersuchungen Migräne und andere mögliche Ursachen ausgeschlossen. Unter Umständen wird ein Röntgenbild von der Halswirbelsäule gemacht.

Therapie
Vor Behandlungsbeginn ist es wichtig, die Ursachen der Erkrankung zu klären; diese sind meistens schlechte Arbeitsergonomie, zu seltene Pausen während der Arbeit und Bewegungsmangel. Die Therapie selbst besteht aus Lockerung der Muskulatur sowie aus Verbesserung der Körperhaltung und der Beweglichkeit der Wirbelsäule. Wärmebehandlung vor der eigentlichen Therapie verstärkt dessen Wirkung. In schmerzhaften Fällen ist bei Therapiebeginn eine Schmerzmedikation indiziert. Patienteneigene, die Therapie unterstützende Maßnahmen sind ein wesentlicher Teil der Behandlung. Während der Schmerzphase ist Wärme sehr hilfreich. Bei der Vorbeugung erneuter Beschwerden sind regelmäßige Bewegung, Pausen beim Arbeiten und eine richtige Arbeitshaltung von großer Bedeutung.

Krankengymnastik, Manuelle Therapie, physikal. Therapie, Massage, Lymphdrainage, Cranio, FRZ

Prognose
Bei entsprechender Therapie lassen die Beschwerden schnell nach.
Zervicaler Kopfschmerz
Definition
Durch Veränderungen der Halswirbelsäule ausgelöste Kopfschmerzen.

Entstehung
Vielfältige Einflüsse wirken auf die Halswirbelsäule ein. Im Laufe des Lebens kann es dadurch zu einer Abnutzung der Bandscheiben und der kleinen Wirbelgelenke kommen. Zusätzlich bestehen oft muskuläre Verspannungen und Fehlhaltungen der Halswirbelsäule und des Kopfes, die durch eine einseitige Arbeitshaltung, beruflichen Streß, innere Anspannung (Ärger) und konstitutionelle Faktoren bedingt sein können. Durch mechanische Reizung der Gelenkkapseln der Wirbelgelenke, durch einen Druck auf die Halswirbelsäulennerven oder durch eine Anspannung der Schulter-/Nackenmuskulatur werden Kopfschmerzen ausgelöst. Reflektorisch können dabei Durchblutungsveränderungen, Gefäßverengungen oder auch Gefäßerweiterungen eine Rolle spielen (Migräne).

Symptome
Das Krankheitsbild ist durch mehr oder weniger starke Kopfschmerzen, die hauptsächlich vom Hinterkopf ausgehen und sich über den ganzen Kopf ausbreiten können, gekennzeichnet. Die Muskelansätze am Hinterhaupt und die Nackenmuskulatur sind häufig ausgesprochen druckschmerzhaft.

Vorkommen
Diese Form des Kopfschmerzes betrifft meist Patienten im mittleren Lebensalter. Nicht selten wird ein Zusammenhang zur beruflichen oder familiären Situation gefunden. Manchmal können die Patienten auslösende Ereignisse benennen. Einseitige berufliche Arbeit an Schreibmaschinen und Computern, rein statische Arbeiten,  oder die Doppelbelastung von Haushalt und Beruf sind wesentliche Elemente bei der Entstehung des ,,zervikalen Kopfschmerzes".

Diagnostische Verfahren
Orthopädische und neurologische Untersuchung, Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule, falls erforderlich Computer- oder Kernspintomographie.

Therapie
Umwelteinflüsse, die die Entstehung des zervikalen Kopfschmerzes begünstigen, sollten ausgeschaltet werden. Manchmal reicht auch allein das Wissen um die Ursache, um anders mit der täglichen Arbeit oder den Problemen in Familie und Beruf umgehen zu können. Die medizinische Behandlung zielt auf eine Muskelentspannung und Reiz-minderung. Hierzu gehören: autogenes Training, Rotlichtbestrahlungen, Fangopackungen, Massagen, Krankengymnastik, elektrotherapeutische Behandlung und die Neuraltherapie (z. B. Quaddeln, Infiltration der Schmerzpunkte). Eine Umstellung der Alltagsbelastung wird empfohlen. Wenn die Beschwerden abgeklungen sind, ist eine sportliche Betätigung sinnvoll.

Krankengymnastik, Manuelle Therapie, physikal. Therapie, Massage, Lymphdrainage, Cranio, FRZ

Prognose
Die Prognose hängt von der auslösenden Ursache ab. Bei den meisten Patienten ist sie als gut einzuschätzen, das gilt vor allem dann, wenn äußere Einflüsse verändert werden können. Beim Weiterbestehen einer individuellen Disposition und ungünstigen äußeren Faktoren können wiederholte medizinische Behandlungen erforderlich sein.
HWS – oder Zervicalsyndrom
Definition
Sammelbezeichnung für Beschwerden, die von der Halswirbelsäule ausgehen und in die Schultermuskulatur bzw. die Arme ausstrahlen können.

Entstehunq
Es gibt vielfältige Ursachen des Zervikalsyndroms: Durch eine Abnutzung der Bandscheiben und eine Verengung der Nervenaustrittslöcher der Halswirbelsäule können diese Nerven gedrückt werden. Dadurch entstehen Schmerzen, die sich von der Halswirbelsäule bis in die betroffene Region ausbreiten. Manchmal ist damit auch eine Schwächung der Muskelkraft oder eine Gefühlsstörung verbunden. Während hierbei an einen Bandscheibenvorfall gedacht werden muß, wird man den Auslöser eines Zervikalsyndroms im jungen und mittleren Erwachsenenalter in einer einseitigen Körperhaltung bei der Arbeit und/oder Verspannungen der Schulter-/Nackenmuskulatur suchen. Auch hierfür können wiederum vielfältige Ursachen vorliegen. Erwähnt seien beruflicher und familiärer Streß, ,,Sorgen", klimatische Einflüsse, Zugluft, ungewohnte Tätigkeit mit starker Beugung oder Überstreckung der Halswirbelsäule usw.

Symptome
Patienten mit einem Zervikalsyndrom klagen über Schmerzen und Verspannung der Halswirbelsäule. Zum Teil breiten sich die Schmerzen, die als ziehend oder fließend geschildert werden, über beide Arme und das Hinterhaupt aus. Oft wird über Kopfschmerzen geklagt. Die Muskulatur ist druckschmerzhaft, die Beweglichkeit der Halswirbelsäule eingeschränkt. Steht ein Wirbelsäulennerv durch eine Bandscheibenvorwölbung oder eine Abnutzung unter Druck, so können neurologische Symptome auftreten. Die Patienten schildern Gefühlsstörungen und/oder eine Kraftlosigkeit der Hand oder des Armes.

Vorkommen
In der Gruppe der jüngeren Erwachsenen sind hauptsächlich Frauen vom Zervikalsyndrom betroffen. Die Patientinnen schildern ihre Beschwerden gelegentlich als, Sekretärinnenkrankheit". Die statische Haltung beider Arme und des Kopfes bei einseitigen Schreibarbeiten überfordern die Schulter-/Nacken- und Rückenmuskulatur: als Reaktion stellen sich schmerzhafte Verspannungen und ein ,,Zervikalsyndrom" ein. In der Altersgruppe der bis 45jährigen Patienten finden sich seltener Männer. Bei den Zervikalsyndromen, die durch abnutzende Veränderungen ausgelöst werden, sind Männer und Frauen gleich häufig betroffen. Menschen, die schwere körperliche Arbeiten verrichten, speziell Arbeiten in Zwangshaltung und Überkopfarbeiten ausführen, leiden häufiger unter den durch Abnutzung bedingten ,,zervikalen" Beschwerden.

Diagnostische Verfahren
Orthopädische, neurologische Untersuchung, Röntgen der Halswirbelsäule, ggf. Anfertigung einer Computer- oder Kernspintomographie. Beim Vorliegen von neurologischen Ausfällen sollte auch ein EMG (Elektromyogramm) und eine Elektroneurographie angefertigt werden, um die Schwere der Schädigung und den Verlauf zu bewerten.

Therapie
Die Therapie des Zervikalsyndroms richtet sich nach der Ursache. Bei den muskulären und durch eine äußere Überlastung ausgelösten Halswirbelsäulenbeschwerden sind muskelauflockernde Behandlungen angezeigt. Günstig wirken sich Fangopackungen und Massagen aus. Bei wiederkehrenden Schmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen, ist Krankengymnastik mit Verhaltensschulung angezeigt. Generell empfohlen werden kann eine  sportliche Belastung, die einen Ausgleich zur einseitig sitzenden Körperbelastung erreichen soll. Spezielle, in der ,,manuellen Therapie" geschulte Therapeuten können Kopf und Halswirbelsäule entlasten. Bleiben die Beschwerden über lange Zeit bestehen bzw. bestehen neurologische Ausfälle (z. B. Lähmung eines Muskels), so ist eine operative Entlastung in Erwägung zu ziehen.

Krankengymnastik, Manuelle Therapie, physikal. Therapie, Massage, Cranio, FRZ

Prognose
Die Prognose des muskulär bedingten Zervikalsyndroms ist günstig. Da die Patienten, nachdem sie beschwerdefrei geworden sind, ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, sind Rückfälle vorprogrammiert. Sehr viel hängt von dem aktiven Umgehen mit diesen Beschwerden ab. Kurze gymnastische Übungen während der Arbeit, eine Veränderung des Arbeitsplatzes, die Anschaffung eines bandscheibengerechten Stuhles oder die Umstellung von Bildschirm und Tastatur können solche Rückfälle vermeiden. Durch eine konsequente Behandlung kann auch bei abnutzungs-bedingten Zervikalsyndromen in den allermeisten Fällen eine weitgehende Linderung oder ein völliges Verschwinden der Beschwerden erreicht werden.